Nicht jede Babytrage ist hüftfreundlich – was sollten Eltern über das Tragen wissen?
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Nicht jede Babytrage ist hüftfreundlich – was sollten Eltern über das Tragen wissen?

Nicht jede Babytrage ist hüftfreundlich – was sollten Eltern über das Tragen wissen?

Autor: Dr. Ákos Morvai | 13.02.2026

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Das Tragen von Babys ist in vielen Familien ein ganz natürlicher Bestandteil des Alltags. Es ist bequem, praktisch, und die meisten Eltern haben das Gefühl, dass die Nähe dem Baby gut tut. Wenn jedoch der Begriff „hüftfreundliche Tragehilfe“ fällt, wissen nur wenige genau, was dies aus medizinischer Sicht bedeutet.

In den letzten Jahren wurde im Rahmen verschiedener Studien eingehend untersucht, wie sich das Tragen von Babys auf die Hüftentwicklung, die Muskelfunktion und das Nervensystem des Säuglings auswirkt sowie welche Belastungen es für den Körper und die psychische Verfassung der Eltern mit sich bringt. Die folgende Zusammenfassung stützt sich auf diese Ergebnisse und soll Ihnen helfen, sich in diesem Thema zurechtzufinden.

Was bedeutet „hüftfreundliches Tragen“ eigentlich?

Die Hüftgelenke von Säuglingen sind bei der Geburt noch nicht ausgereift. Die Verbindung zwischen dem Oberschenkelkopf und der Hüftgelenkpfanne stabilisiert sich in den ersten Monaten; daher ist es von entscheidender Bedeutung, in welcher Körperhaltung sich das Baby über einen längeren Zeitraum befindet.

Das enge Wickeln, bei dem die Beine des Babys gestreckt und aneinandergepresst sind, erhöht nachweislich das Risiko für eine Hüftgelenksfehlbildung (DDH). Im Gegensatz dazu fördert die sogenannte M-Haltung, bei der die Oberschenkel angehoben und gespreizt sind, die natürliche Reifung der Hüfte. Dies bildet die Grundlage für das, was in der Fachliteratur als hüftfreundliche Körperhaltung bezeichnet wird.

Dr. Ákos Morvai

Dr. Ákos Morvai

Chefarzt für Kinder- und Neuroorthopädie

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Träger mit breiter oder schmaler Basis? Es gibt tatsächlich einen Unterschied

Untersuchungen haben gezeigt, dass nicht alle Tragehilfen dieselbe Hüftposition gewährleisten. Tragehilfen mit breiter Basis ermöglichen eine Körperhaltung, die für die Hüfte vorteilhaft ist und der Position ähnelt, die von Hilfsmitteln zur Behandlung von Hüftfehlbildungen gewährleistet wird.

Im Gegensatz dazu kann es bei Tragehilfen mit schmaler Basis zu einer messbar ungünstigeren Hüftposition kommen, was die Entwicklung des Gelenks auf lange Sicht nicht optimal unterstützt.

Aus Sicht der Kinderorthopädie ist daher die Gestaltung der Tragevorrichtung tatsächlich von Bedeutung.

Wie wirkt sich das Tragen auf die Wirbelsäule und die Muskeln des Babys aus?

Die Muskelentwicklung von Säuglingen hängt eng damit zusammen, in welcher Körperhaltung sie sich aufhalten. Messungen zufolge werden die Rückenmuskeln am stärksten aktiviert, wenn das Kind auf dem Bauch liegt; gleichzeitig lösen jedoch auch das Tragen in einer Babytrage und das Halten im Arm eine nennenswerte Aktivität der Nackenmuskulatur aus.

Im Gegensatz dazu beeinträchtigt ein längerer Aufenthalt im Autositz oder in einer anderen passiven Haltevorrichtung die Muskelfunktion. Das Tragen in der richtigen Körperhaltung sorgt daher für eine aktivere Muskelarbeit des Babys als eine lang anhaltende, unbewegliche Körperhaltung.

Die Auswirkungen der Nähe auf das Nervensystem

Die Nähe zwischen dem Baby und den Eltern hat nicht nur emotionale, sondern auch physiologische Auswirkungen. Untersuchungen zufolge stimmen sich die physiologischen Funktionen – beispielsweise der Herzrhythmus – von Baby und Eltern während des Tragens besser aufeinander ab.

Diese gemeinsame Regulierung trägt zur Beruhigung des Nervensystems des Babys bei, verringert die Stressreaktion und fördert die Entwicklung eines Sicherheitsgefühls.

Welche Auswirkungen hat die Schwangerschaft auf den psychischen Zustand der Mutter?

Die Untersuchungen haben zudem gezeigt, dass sich während des Tragens des Babys die negative Gedankenspirale der Mütter verringern und ihr psychisches Wohlbefinden sich verbessern kann. Nicht die Häufigkeit des Tragens, sondern die Erfahrung selbst wirkte sich positiv aus.

Das Tragen des Babys kann somit ein einfaches, natürliches Mittel sein, um die psychische Belastung der Eltern zu verringern.

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Inwiefern belastet die Schwangerschaft den Körper der Mutter?

Biomechanischen Untersuchungen zufolge belastet die Verwendung einer Babytrage die Gelenke der Eltern weniger als das längere Tragen des Kindes auf dem Arm. Das Tragen auf dem Arm erhöht die Belastung der Knie- und Hüftgelenke erheblich, insbesondere im Laufe der Zeit.

Zwischen Tragetüchern und Tragehilfen mit Schnallen wurde hinsichtlich der Muskelbelastung der Eltern kein wesentlicher Unterschied festgestellt, sofern die Einstellung ergonomisch ist und die Gewichtsverteilung angemessen ist.

Was sollten Sie als Eltern daraus mitnehmen?

  • Das hüftfreundliche Tragen ist ein Begriff von echter Bedeutung für die Orthopädie, und die Gestaltung der Tragehilfe ist für die Hüftentwicklung des Babys von entscheidender Bedeutung.
  • Das Tragen des Babys fördert dessen Muskelaufbau, trägt zur Beruhigung des Nervensystems bei, wirkt sich positiv auf die psychische Verfassung der Eltern aus und schont deren Körper mehr als das Tragen auf dem Arm.
  • Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass das Tragen kein Ersatz für das Liegen auf dem Bauch und die freie Bewegung ist, sondern eine wertvolle Ergänzung dazu darstellt.

Das Tragen von Babys ist also mehr als nur eine bequeme Lösung. Die richtige Körperhaltung und die Konstruktion der Tragehilfe sind sowohl aus physiologischer als auch aus Sicht der Orthopädie von Bedeutung.

Mit dieser bewussten Entscheidung dient der Elternteil nicht nur seinem eigenen Wohlbefinden, sondern fördert auch aktiv die gesunde Entwicklung seines Kindes. Wenden Sie sich für die Hüftuntersuchung bei Säuglingen oder die jährliche Untersuchung in der Kinderorthopädie an die Spezialisten von BMM!

Fachliteratur:

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