Schroth – Therapie im BMM
Schroth-Therapie
Die Schroth-Methode ist derzeit die effektivste physiotherapeutische Methode zur Behandlung von Skoliose und Morbus Scheuermann. Es ist wichtig zu betonen, dass sie bei struktureller Skoliose anwendbar ist.
Was ist strukturelle Skoliose?
Skoliose kann in 2 Hauptgruppen unterteilt werden:
Gruppe 1 ist die Gruppe der sogenannten funktionellen Skoliose:
Die seitliche Abweichung der Wirbelsäule geht nicht mit einer Deformität der knöchernen Strukturen, Rippen oder Wirbel einher. Sie entsteht meist durch schlechte Haltung oder zum Beispiel durch eine Beinlängendifferenz. In diesem Fall führen wir symmetrische Rumpfmuskelkräftigungsübungen durch.
Gruppe 2 ist die Gruppe der strukturellen Skoliose:
Die seitliche Abweichung der Wirbelsäule geht auch mit einer Deformität der knöchernen Strukturen einher, was zur Bildung von Rippenbuckeln, Lendenbuckeln, Rippentälern und Lendentalen führt. In diesem Fall ist die Schroth-Therapie anwendbar.
Die Methode ermöglicht eine 3D-Korrektur der Wirbelsäule.
Das Wesen der Schroth-Therapie
Das Wesen ist die maximale aktive Streckung der Wirbelsäule, die maximale Korrektur von Rumpfasymmetrien und Muskelkräftigung und -dehnung in der korrigierten Position. Die Schroth-Therapie ist nicht nur eine Reihe von physiotherapeutischen Übungen, sondern eine Denkweise, die dem Patienten auch praktische Ratschläge zur Haltung gibt.
Verschiedene Hilfsmittel unterstützen uns bei der Korrektur: Kissen, Bälle, Rollen, Spiegel.
Praktische Ratschläge für den Beginn der Schroth-Therapie
- In allen Fällen ist eine Röntgenaufnahme der gesamten Wirbelsäule im Stehen (AP, lateral) erforderlich! Ohne diese kann die Therapie nicht beginnen!!!
- Während der ersten Sitzung werten wir die Röntgenaufnahme aus und messen den Grad der Krümmungen.
- Eine detaillierte muskuloskelettale Untersuchung wird durchgeführt: Haltungsanalyse, Kartierung der Position knöcherner Strukturen, Untersuchung des Muskelzustands usw.
- Es ist ratsam, dass ein minderjähriges Kind begleitet wird und die Eltern aktiv an der Physiotherapie teilnehmen, da ohne die Einsicht der Eltern in die Behandlung zu Hause keine Unterstützung erfolgen kann, was in der Anfangsphase sehr wichtig ist.
- Anschließend werden das Wesen der Methode und ihr theoretischer Hintergrund besprochen. Wir streben logisches Denken an, damit wir verstehen, was wir tun und warum.
- Die speziellen Übungen und Haltungskorrekturbewegungen werden schrittweise erlernt.
Wie funktioniert die Schroth-Methode?
Eine Langzeittherapie ist immer notwendig. Die Übungen müssen täglich zu Hause und mindestens einmal pro Woche unter Anleitung eines Physiotherapeuten durchgeführt werden, um schöne und dauerhafte Ergebnisse zu erzielen. Während der Praxis helfen wir dem Patienten durch die Nutzung der Werkzeuge der sensomotorischen Haltungskorrektur, eine falsche Haltung mit propriozeptiven und exterozeptiven Reizen zu erkennen.
Während der Therapie erreichen wir in Schroth-spezifischen Positionen, in der dreidimensional korrigierten Position der Wirbelsäule, eine relative Zunahme der Muskelaktivität und das bewusste Wahrnehmen und reflexartige Einnehmen der korrigierten Position. In dieser dreidimensional korrigierten Position wenden wir eine spezielle Rotationsatmung an, die wichtig ist, um eine Derotation zu erreichen und Rippenbuckel zu reduzieren.

Wie effektiv ist die Schroth-Methode?
Die Schroth-Methode ist eine der effektivsten Therapien zur Behandlung von Skoliose und Haltungsstörungen. Sie kann auch bei funktioneller und struktureller Skoliose sowie bei Morbus Scheuermann mit hervorragenden Ergebnissen eingesetzt werden. Aufgrund ihrer Komplexität kann sie jedoch nicht unter 10 Jahren angewendet werden.
Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelte Katharina Schroth die Dreidimensionale Skoliose-Therapie. Die Methode behandelt nicht nur die seitliche Krümmung, sondern korrigiert auch den durch die Verdrehung der Wirbel verursachten Rippenbuckel, weshalb sie dreidimensional genannt wird. Die Methode basiert auf der Einteilung des Rumpfes in drei Blöcke, basierend auf den anatomischen Eigenschaften der Wirbelsäule, die bei Skoliose zueinander verschoben und verdreht sind, was zu einer Deformierung führt. Infolge der knöchernen Veränderungen können die Wirbel keilförmig werden, die Beweglichkeit der Rippen ist eingeschränkt und folglich nimmt das Atemvolumen ab.
Indikationen für die Schroth-Therapie:
- Skoliose
- Morbus Scheuermann (Wirbelwachstumsstörung im Jugendalter)
- Präoperative Mobilisierung
- Postoperative Rehabilitation
- Andere Wirbelsäulendeformitäten und Haltungsprobleme
Kernthemen der Schroth-Therapie:
- Vermittlung individueller Korrekturen
- Haltungskontrolle
- Atemtherapie
- Entwicklung des Körperbewusstseins
- Vermittlung von Selbstkorrektur, Selbstkontrolle
- Vermittlung einer progressionsverhindernden Ausrichtung der täglichen Aktivitäten
- Korsettbehandlung – Gewöhnung, Entwöhnung
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