Selektive Elektrotherapie
Krisztina Tatai
Physiotherapeut/in
Was ist eine selektive Elektrostimulation?
Die selektive Impulsstromtherapie, auch als elektrische Muskelstimulation bekannt, ist eine Form der Elektrotherapie, die auf Muskelstimulation basiert. Dabei stimulieren wir einen bestimmten Muskel oder eine Muskelgruppe mit elektrischem Strom – dadurch ist die Therapie „selektiv“.
Wofür ist die selektive Elektrostimulation gut?
Diese Behandlung eignet sich zur Stimulation quergestreifter Muskulatur, vor allem unserer Skelettmuskulatur. Sie kann eine sehr wirksame Therapie sein, wenn die Innervation aus irgendeinem Grund beeinträchtigt ist und der Muskel gelähmt oder geschwächt ist. Je nach Behandlungsgerät sowie Beschwerde oder Problem kann sie auch zur Muskelentspannung und zur Verbesserung der Durchblutung eingesetzt werden.
An welchen Körperbereichen wird Elektrostimulation angewendet?
Diese Therapie kann auf vielfältige Weise eingesetzt werden. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit: bei gelähmter Gesichtsmuskulatur (Bell-Lähmung), zur Muskelregeneration nach muskuloskelettalen Operationen, zur Schmerzlinderung, zur Lockerung spastischer Muskulatur sowie zur Regeneration nach Nervenverletzungen.
Wann ist eine selektive Elektrostimulation nicht empfohlen?
Es gibt jedoch mehrere Fälle, in denen eine elektrische Muskelstimulation nicht empfohlen wird:
- Offene Wunde
- Fieber
- Frische Fraktur
- Bösartiger Tumor
- Unbehandelter Bluthochdruck
- Bei Thrombose oder anderen Gefäßveränderungen
- Schwangerschaft
- Erkrankungen mit Blutungen
Die letzten beiden Punkte sollten jedoch differenziert betrachtet werden, da eine Behandlung möglich ist, wenn das zu behandelnde Gebiet weit vom Unterbauch entfernt ist.
Bei einer Krebsvorgeschichte darf die Behandlung nur auf Empfehlung eines Onkologen durchgeführt werden.
Wie läuft eine selektive Elektrostimulation ab?
Zunächst legen wir das Ziel der Behandlung fest und bestimmen den zu behandelnden Bereich. Anschließend wählen wir die Stromrichtung, platzieren die Elektroden entsprechend, stellen dann Stromform, Intensität usw. ein und beginnen mit der Behandlung. Währenddessen können Sie ein Kribbeln spüren, jedoch kein Brennen oder stechende Schmerzen. Als Nebenwirkung kann eine Hautrötung auftreten, die sich mit etwas Creme leicht beheben lässt. Wenn sich Blasen bilden oder Anzeichen von Verbrennungen auftreten, müssen die Parameter geändert werden!
Diese Art der Behandlung kann auch zu Hause durchgeführt werden, vor allem mit einem TENS-Gerät. Es ist einfach anzuwenden und erfordert kein tiefgehendes Hintergrundwissen, kann aber eine wirksame Ergänzung der Therapie zu Hause sein.
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