Was sagt die Stelle der Knieschmerzen aus?

Was sagt die Stelle der Knieschmerzen aus?
Autor: BMM | 06.05.2026
Wann sollte die Untersuchung nicht aufgeschoben werden?
Auch wenn eine Ruhepause vorübergehend Abhilfe schaffen kann, ist bei bestimmten Anzeichen eine fachärztliche Diagnose unerlässlich:
- Mechanische Blockade: Wenn das Knie unerwartet „einklemmt“ oder sich nicht vollständig strecken lässt (dies deutet häufig auf ein abgelöstes Knorpelstück oder einen Meniskusriss hin).
- Instabilität: Wenn Sie das Gefühl haben, dass das Gelenk „ausknikkt“ oder Ihr Gewicht nicht mehr tragen kann (Verdacht auf eine Bänderverletzung).
- Anzeichen einer Entzündung: Wenn das Knie gerötet und heiß ist und Sie Fieber haben (dies kann auf eine infektiöse Entzündung hindeuten, die eine sofortige medizinische Versorgung erfordert).
- Verschlimmerung: Wenn die Schmerzen auch in Ruhe nicht nachlassen oder den nächtlichen Schlaf beeinträchtigen.
Die Ermittlung der genauen Ursache der Knieschmerzen ist der erste und wichtigste Schritt. Das Ziel der modernen Orthopädie ist heute nicht mehr nur die Schmerzlinderung, sondern auch die Erhaltung der Gelenkfunktion. Ob es sich nun um spezielle, gezielte Physiotherapie, Biologikatherapien (beispielsweise Eigenblutinjektionen) oder minimalinvasive Operationen handelt – das Ziel ist immer dasselbe: Ihnen Ihre Bewegungsfreiheit zurückzugeben.
Sie müssen sich nicht mit den Schmerzen abfinden; mit einer genauen Diagnose gibt es immer einen Weg zur Genesung.
1. Schmerzen an der Vorderseite des Knies und hinter der Patella
Dieser Bereich ist die häufigste Ursache für Beschwerden, insbesondere bei jüngeren Menschen. Die Schmerzen verstärken sich typischerweise in Situationen, in denen die Patella mit großem Druck in die Furche des Oberschenkelknochens gedrückt wird: Dazu gehören das Treppensteigen (vor allem beim Hinabsteigen), das Hocken oder das Aufstehen nach längerem Sitzen.
Häufig liegt dem Ganzen das patellofemorale Syndrom zugrunde. Dabei handelt es sich nicht unbedingt um eine strukturelle Schädigung, sondern darum, dass die Bewegungsbahn der Patella nicht optimal ist – so, als würde das Rad eines Zuges an der Schienenkante entlangschrammen. Wenn dieser Zustand dauerhaft wird, kann es zu einer Aufweichung der inneren Knorpeloberfläche der Patella kommen. Dies kann nicht nur mit Schmerzen, sondern auch mit einem charakteristischen „knirschenden“ Gefühl oder Geräusch einhergehen.
Eine mögliche Ursache für Schmerzen im vorderen Bereich kann auch eine Reizung des Hoffa-Fettkörpers sein. Dieses unterhalb der Patella gelegene, dicht mit Nervenenden durchzogene Fettgewebe kann zwischen den Knochen eingeklemmt werden, was scharfe, stechende Schmerzen verursacht, insbesondere beim vollständigen Strecken des Beins.
2. Schmerzen an der Innenseite des Knies
Wenn der Schmerz an der Innenseite des Knies auftritt, deutet dies in der Regel auf eine Überlastung der tragenden Gelenkflächen hin. Beim Gehen lastet ein erheblicher Teil des Körpergewichts auf der inneren Gelenkfläche, weshalb dieser Bereich am schnellsten abnutzt.
Die häufigste Ursache ist eine Verletzung des inneren Meniskus (Ringknorpel). Dieser kleine, „C“-förmige Knorpel fungiert als Stoßdämpfer. Wenn er reißt oder sich abbaut, sind die Schmerzen punktförmig und stechend. Häufig stellen Sie fest, dass Ihr Knie bei bestimmten Bewegungen „einklemmt“ oder Sie das Gefühl haben, als befände sich ein Kieselstein im Gelenk.
Langfristig tritt hier auch Knorpeldegeneration auf, die insbesondere bei Personen mit einer „O-Bein“-Stellung typisch ist. In diesem Fall ist der Schmerz dumpf und tritt vor allem beim „Anlaufen“ auf (morgens fällt das Loslaufen schwerer), um sich dann gegen Ende des Tages durch die Belastung zu verstärken.

3. Schmerzen an der Außenseite (lateral) des Knies
An der Außenseite des Knies tritt Verschleiß seltener auf; hier sind es eher dynamische Konflikte zwischen Bändern und Sehnen, die Beschwerden verursachen.
Das bekannteste Krankheitsbild ist das IT-Band-Syndrom, auch bekannt als „Läuferknie“. Das breite Bindegewebsband, das an der Außenseite des Oberschenkels verläuft, gleitet beim Beugen und Strecken des Knies kontinuierlich über den äußeren Knöchel des Oberschenkelknochens. Ist dieses Band zu straff, reizt es bei jedem Schritt die Knochenoberfläche, was zu brennenden, reibenden Schmerzen führt.
Auch wenn dies seltener vorkommt, kann eine Beteiligung des äußeren Meniskus hier ebenfalls Beschwerden verursachen. Da die äußere Gelenkfläche beweglicher ist, gehen Verletzungen an dieser Stelle oft mit unbestimmteren, schwerer zu lokalisierenden Schmerzen einher als auf der inneren Seite.
4. Schmerzen in der Kniekehle (hinterer Bereich)
Beschwerden im hinteren Bereich sind oft beunruhigend, da der Patient einen „Knoten“ oder eine Verspannung spürt, die die vollständige Beugung des Knies einschränkt.
Die häufigste Diagnose ist eine Baker-Zyste. Es ist wichtig zu klären: Die Zyste ist so gut wie nie eine eigenständige Erkrankung. Sie fungiert als eine Art „Ventil“, durch das überschüssige Flüssigkeit, die im Gelenk gebildet wird, nach hinten abfließen kann. Wenn im Knie aufgrund von Knorpeldegeneration oder einem Meniskusriss eine Entzündung vorliegt, produziert der Körper mehr Gelenkflüssigkeit, wodurch sich die hintere Gelenkkapsel ausbeult. Bei der Behandlung der Zyste muss daher immer die Grunderkrankung ermittelt werden. Darüber hinaus können auch eine Reizung der Ansatzstellen der Kniebeugemuskeln oder eine Verletzung des hinteren Kreuzbandes hier tief sitzende, ziehende Schmerzen verursachen.
5. Diffuse Beschwerden: Allgemeine Schwellung und nächtliche Schmerzen
Es gibt Situationen, in denen der Schmerz nicht auf eine bestimmte Stelle beschränkt ist, sondern das gesamte Knie „spannt“.
Wenn sich „Flüssigkeit im Knie“ befindet, wird sowohl das Strecken als auch das vollständige Beugen des Knies aufgrund der Spannung in der Gelenkkapsel schmerzhaft. In diesem Fall ist das Gelenk warm, sichtbar geschwollen und seine Konturen sind unscharf. Dies kann auf eine akute Verletzung hindeuten, aber auch auf den Ausbruch einer Entzündung (beispielsweise Gicht oder rheumatoide Arthritis).
Nächtliche Schmerzen sind eines der wichtigsten Warnzeichen. Wenn Ihr Knie auch im Ruhezustand schmerzt und Ihren Schlaf stört, ist dies häufig ein Anzeichen für fortgeschrittene Knorpeldegeneration. In diesem Stadium ist die Schutzschicht zwischen den Knochenoberflächen so dünn geworden, dass die Nervenenden im Knochen bereits auf das Pulsieren des Blutkreislaufs reagieren.
An wen können Sie sich bei Knieschmerzen wenden?
Dr. Kincses Dániel
Facharzt für Orthopädie-Traumatologie
1111, Budapest, Budafoki Straße 15.
Dr. Sándor Csernus
Chefarzt für Chirurgie, Orthopädie und Traumatologie
3300, Eger, Hatvani-Kapu-Platz 7.